Um die Terrasse auch an der Fensterfront ein wenig zu begrünen haben wir uns entschlossen, einen Hopfen den Kamin hochwachsen zu lassen.
Leider fanden wir keine fertigen Lösungen oder Tips dazu und mussten daher selbst kreativ werden.
Dieser Beitrag passt zu unserem Kamin - wahrscheinlich nicht zu Deinem - nimm ihn einfach als ersten Denkanstoss und den Beweis, dass selbst handwerklich unbegabte Leute was halbwegs passables hinbekommen, wenn sie nur darauf achten, faul zu bleiben ...
Hopfen
- hinterlässt keine Spuren der Saugnäpfe, wie bei wildem Wein oder Efeu
- verdorrt zum Winter hin komplett, sodass man zwischendurch auch wieder ran kann (Terrasse neu ölen etc.)
- ist ein flotter Kletterer, sodass er über einen Sommer hinweg auch schnell wieder oben ist...
Ran an den Kamin
- Eine erste Version verwendete Schrauben, die auch den Kamin gehalten hätten - also gschwind aufschrauben, Blech noch durchfitzeln und schnell wieder zuschrauben.
- Das haben wir uns dann doch nicht getraut - keine Ahnung, was so ein Kamin sagt, wenn man ihn mal zwischendurch losschraubt ;-)
- Es gab jedoch in den Langlöchern noch einen geschickten Platz, wo man eine weitere Schraube befestigen konnte...
- Somit wird das Rankgitter oben befestigt und hängt dann einigermassen lose bis in den Kübel runter
Ausgangspunkt
- fertige Bohnen-Gitter von 1.8m aus verzinktem Metall, die eine viel zu enge Biegung hatten
- ein einfaches Alu-Blech mit 1m Länge
- Drahtseilklemmen
- einige M8er-Schrauben und Muttern sowie passende Unterlegscheiben
Das Blech kann man in Breite und Dicke variieren, je nachdem wie viel Stabilität man sich erhofft und wieviel Stress man sich geben möchte.
Alu wurde verwendet, da es nicht rostet, für Hobby-Bastler noch bearbeitbar ist und kein chemischer Quatsch mit dem Rest passiert.
Vorarbeiten
- Uns reichte die Höhe von 1.8m und somit wollten wir nur die Breite der Gitter vergrößern - wir haben daher zwei davon etwas auseinandergebogen (ging super) und mit der Hälfte überlappend übereinander gelegt.
- Danach wurden die beiden Gitter an allen Steg-Kreuzungen mit normalem verzinkten Gartendraht aneinander gebunden (verdrillen und mit einer Zange festzurren und abzwicken)
- Die Breite des entstandenen Rankgitters wurde ausgemessen und in der Mitte des Alu-Blechs in diesem Abstand Bohrlöcher für die Drahtseilklemmen angezeichnet.
Bohren und Schrauben
Eine billige Bohrmaschine, Metallbohrer vom Tchibo und ein bisschen Geduld reichen, um Alu zu Leibe zu rücken.
Mit einem 4er-Bohrer wurden die Löcher für die zwei Klemmen gebohrt.
Danach wurde das Alu-Blech auf die gleiche gewünschte Rundung gebracht - geht gut ohne Schraubstock und Werkzeug - einfach in die Hand nehmen und biegen (am Ingenieurs-Bauch oder so).
Danach am besten Rank-Gitter und Alu-Blech unter leichtem Fluchen (weil's nur pi*Daumen passt) zusammenschrauben. An den Kamin ran halten und schauen, ob man noch etwas kürzen muss - weil's viel zu weit weg ist... Danach mit einem 8.5er-Bohrer links und rechts die Löcher für die Kamin-Installation bohren.
Abstand halten
Bei uns gab es noch eine Schraube weiter vorne, für die man eine Biegung hätte machen müssen ....
Statt dessen wurde eine längere Schraube verwendet und eine Mutter extra als Abstandshalter verwendet.
Zwischen den Lagen gabs jeweils noch ne Unterlegscheibe - weil das kleinste Päckchen 100 Stück enthielt ...
Im Winter wird die äusserste Schraube entfernt und das Rankgitter kann somit komplett abgenommen werden - weil bei uns im Januar der Kaminfeger ja auch überall ran will...
Ergebnis
wir finden's schön und hoffen, dass die abenteuerliche Konstruktion auch ne Weile hält.